Chronik

RANIS - ist zwar nicht der Nabel der Welt, eines aber mit Sicherheit: eine bemerkenswerte Kleinstadt mitten im grünen Herzen Deutschlands!

 

Geschichte

Der Ort Ranis wurde 1167/80 erstmals urkundlich erwähnt. Die Ersterwähnung des Stadtrechtes findet sich in einer Urkunde vom 30. September 1381. Es ist unklar, worauf das Wort Ranis zurückzuführen ist. Es könnte vom slawischen Wort „[G]ranzia“ stammen, was soviel wie „Grenze“ bedeutet und eventuell auf eine sorbische Grenzfeste verweist. Vorstellbar ist auch, dass der Name auf den Personennamen Ranišj („Sitz eines Sorben namens Hraniš“) zurückgeht.


Zudem gibt es die Hypothese, der Name komme von der Rosszucht der Toringer (5. Jh. n Chr.) und mit dem Suffix -is habe das Wort für „Hengstweide“ gestanden. Zahlreiche Funde von Pferdegräbern, Reitutensilien und Pferdeknochen sprechen für diese Vermutung.

 

Urgeschichte

Neben der Ilsenhöhle existieren weitere urgeschichtliche Zeugnisse der Besiedlung des heutigen Stadtgebietes. Das liegt nach Köhler an der besonderen Lage des Burgberges. Dieser Platz war höchstwahrscheinlich in keltischer Zeit ein befestigter Zentralort des Orlagaus. So befindet sich auf dem Preißnitzberg das größte latènezeitliches Flachgräberfeld in Mitteldeutschlands. Es ist größenmäßig nur mit Fundorten in Südwestdeutschland vergleichbar.

 

Die ersten der ca. 150 Bestattungen wurden 1822 während des Baus des Schützenhauses entdeckt, weitere folgten im Verlauf des 19. Jahrhunderts. Nördlich der Straße nach Wöhlsdorf befand sich die alte Richtstätte von Ranis, die heute noch Galgenberg heißt. Dort wurden reiche Funde der Bronzezeit und vorrömischen Eisenzeit geborgen. Die noch nachweisbaren Wildfanggruben wurden in der La-Tène-Zeit angelegt. Einen Kilometer nordwestlich von Ranis liegt die Herthahöhle mit zwei Kulturschichten. In der diluvialen unteren Schicht wurden Knochenreste eiszeitlicher Tiere und Steingeräte aus der Altsteinzeit geborgen. Die obere Kulturschicht enthielt Hinterlassenschaften des menschlichen Lebens der Glockenbecherkultur, der jüngeren Bronzezeit und des Mittelalters. 200 Meter nördlich der Höhle liegt an einem Steilhang in einem Zechsteinriff die Teufelskanzel.

 

Altstadt

Die Altstadt unterhalb der Burg war von einer Stadtmauer umgeben. Diese verlief von der Burg kommend entlang der Lindenstraße bis zur Gartenstraße und zum Torteich, von dort bis zum Würzgärtl, wo sie sich erneut an die Burg anschloss. Teile der Mauer sind am Berg und in Hinterhöfen und Gebäuden der Gartenstraße erhalten.

 

Die Stadtmauer hatte eine Gesamtlänge von 2172 Fuß, war 20 Fuß hoch und hatte eine Stärke von 5 bis 6 Fuß. An der südlichen Seite standen zwei kegelförmige runde Türme mit dreieckigen Schießscharten. Vor der Mauer befand sich ein Graben mit einem Wall. Teile des Walles sind noch im Bereich der Lindenstraße in Form einer Böschung erkennbar.


Das obere Stadttor befand sich am oberen Ende der August-Bebel-Straße. 1843 wurde es wie folgt beschrieben: Das Thorhaus ist ein einstöckiges, kümmerliches Gebäudchen, welches nach der Morgenseite an die Stadtmauer gelehnt, an deren äußerer Seite ein Schuppen zur Aufbewahrung der Brunnenröhren gebaut ist. Im gleichen Jahr wurde es abgerissen. Bis 1845 wurde auf der Abbruchstelle ein Wohnhaus errichtet, das heutige Seniorenzentrum Zu den Linden. Am anderen Ende der August-Bebel-Straße befand sich bis um 1850 das untere Tor. Dort war auch der jetzt überbaute Torteich. Erhalten und begehbar ist ein Weg zwischen Altstadt und Burg mit Unterführung unter der Burgmauer hindurch. Im Bereich des Winkels soll es eine Pforte gegeben haben.

 

Innerhalb der Stadtmauer liegen sich unter anderem der Alte Markt, das Alte Rathaus und die evangelische Stadtkirche St. Margarethen. Dieser Teil von Ranis steht unter Denkmalschutz.
 

* Quelle WIKIPEDIA